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Berichte

Seit mehr als 35 Jahren kümmert sich das DFS/SFA um den Austausch in der beruflichen Bildung. Hier bekommen Sie einen Einblick in die Praxis.

 

Nachfolgend einige Berichte von Partnereinrichtungen und Austauschteilnehmenden.
 

Bericht über die Partnerschaft zwischen Lemgo und Pontivy

Dieser Bericht zeigt sehr gut auf, welche Vorbehalte es vor Beginn einer Austauschmaßnahme geben kann, wie diese relativiert werden können und welche Bedingungen für das Gelingen eines Austausches Voraussetzung sind:

 

Seit nunmehr fünf Jahren besteht zwischen dem Lycée St-Ivy in Pontivy (Bretagne) und dem HANSE-Berufskolleg in Lemgo eine enge Partnerschaft.

Entstanden sind die Kontakte über das Internet-Portal eTwinning. Als offene, Europa zugewandte Schule waren wir damals auf der Suche nach einer französischen Partnerschule, die bereit war, mit uns an europäischen Projekten zu arbeiten. Dabei erwies sich für uns das Lycée St.-Ivy als Glücksfall: Die Schule pflegte schon seit langen Jahren einen engen Austausch zu dem gewerblich-technischen Berufskolleg in der Partnerstadt Wesseling.

 

Aufgrund der guten Erfahrungen schlugen uns die französischen Kollegen vor, einen weiteren Austausch im kaufmännischen Bereich im Rahmen eines durch das DFS/SFA geförderten Gruppenpraktikums zu initiieren. Wir willigten zunächst etwas zögerlich ein: Wir hatten Bedenken, ob aufgrund der sprachlichen Hürden ein derartiges Praktikum erfolgreich sein könnte. Wir wussten nicht, wie die Arbeitgeber auf die Bitte, einen französischen Praktikanten zwei Wochen lang bei sich im Betrieb zu beschäftigen und zu betreuen reagieren würden. Wir stellten uns die Frage, ob sie auch bereit wären, ihre Azubis drei Wochen zum Praktikum nach Frankreich zu schicken.

 

Unsere Bedenken wurden jedoch rasch zerstreut. Entgegen unserer Befürchtungen fanden wir sehr schnell Betriebe, die die Idee des Austausches begrüßten und uns bereitwillig unterstützt. Auch die befürchteten Kommunikationsprobleme erwiesen sich nicht als eine schwer zu überwindende Hürde.

 

Natürlich hatten auch die Mitarbeiter in den Betrieben zunächst Berührungsängste, die sich aber sehr schnell überwinden ließen. Geht man offen aufeinander zu, so lassen sich Kommunikationsprobleme mittels Gestik und Mimik überwinden. Da das Praktikum im Bereich Einzelhandel angesiedelt war, konnten sehr viele Aufgaben über Vormachen, Nachmachen, Üben erledigt werden. In einem Tandem-Verfahren wurden die französischen Praktikanten deutschen Auszubildenden zugeteilt, die sie in die Aufgaben einwiesen und sie bei der Bewältigung ihrer Aufgaben unterstützt haben.

 

Zudem machten viele der Praktikanten die Erfahrung, dass ihre Anwesenheit in den Betrieben Kunden neugierig machte, sie angesprochen wurden und ihnen in den meisten Fällen sehr viel Verständnis entgegengebracht wurde.

In Pontivy machten unsere Praktikanten ähnliche Erfahrungen. Jedoch war es hier aufgrund der mangelnden Erfahrungen mit Azubis und Praktikanten zunächst schwieriger, Hemmschwellen zu überwinden und die Bereitschaft zu wecken, deutsche Praktikanten zu betreuen. Doch gelang es rasch, die anfänglichen Vorbehalte zu zerstreuen.

  

Wenn nun der Austausch mit Pontivy zu einem Erfolgsmodell geworden ist, so haben vor allem zwei Faktoren in entscheidender Weise zum Gelingen der Partnerschaft beigetragen:

 

  •  Lemgo und Pontivy sind kleine Städte, die abseits der großen Zentren liegen. Somit treffen die Schülerinnen und Schüler auf vergleichbare Strukturen, die ihnen vertraut sind.

  •  Die am Praktikum beteiligten Schülerinnen und Schüler kommen aus vergleichbaren sozio-kulturellen Kontexten. Sie begreifen die Möglichkeit, ein Praktikum in Deutschland bzw. in Frankreich absolvieren zu können, als Chance, sich im Rahmen ihres beruflichen Werdegangs besser positionieren zu können.

Das Praktikum ist inzwischen in unseren Schulen als fester Bestandteil des Bildungsangebots verankert. In beiden Schulen ist der Austausch inzwischen zu einem bedeutsamen Werbefaktor bei der Rekrutierung neuer Schülerinnen und Schüler geworden.

 

Zum Schluss möchte ich herausstellen, dass eine unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen der Partnerschaft ist, dass engagierte Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten, die sich auf einer vertrauensvollen, offenen und freundschaftlichen Ebene begegnen und in etwa gleiche Anforderungen an ihre Auszubildenden stellen.

 

Wenn eine solche Partnerschaft gelingen soll, muss man aber auch bereit sein, während der drei Wochen des Austausches den Partnern voll und ganz zur Verfügung zu stehen. Dafür aber bekommt man auch ganz viel zurück: Es sind nicht nur die vielen und interessanten Einblicke in die Lebens- und Arbeitsbedingungen des Nachbarlandes, es sind vor allem die vielen Freunde, die man gewinnt und die den Austausch wertvoll machen. Schöner als mein französischer Kollege und Freund kann man es wohl kaum formulieren: „Ich als kleiner Erdkunde- und Geschichtslehrer hätte mir nie träumen können, solch liebe Freunde in Deutschland zu finden."

 

Mein Fazit:

Der Austausch im Rahmen des Deutsch-Französischen Sekretariats ist lohnend und bereichernd. Wir haben mit unserem Partner großes Glück gehabt. Um ein ähnliches Erfolgsmodell beschreiben zu können, müssen im Vorfeld die Bedingungen und Voraussetzungen geprüft und abgeklärt werden.

Annette Corvey (Abteilungsleitung Wirtschaftsgymnasium)

 

 

Praktikumsberichte

Austausch Augsburg-Bordeaux 2014: 

 

So ist der Aufenthalt für 10 Auszubildende aus Augsburger Kfz-Betrieben in Bordeaux verlaufen. 

 

 

Austausch Berlin - Bergerac 2014:

 

Renée Werner, eine Auszubildende vom OSZ-Brillat-Savarin in Berlin berichtet von ihrem Aufenthalt in Bergerac.


Austausch Soltau - Les Sables d'Olonne 2014:

Vierzehn Auszubildende aus den Bereichen Koch, Service und Altenpflege nutzten die Möglichkeit ihres Lebens, um sich ihre Arbeit in einem anderen Land anzusehen.

Sie fuhren drei Wochen nach Les Sables-d'Olonne und schauten gemeinsam mit einem zugeteilten Tandempartner in das Arbeitsleben in Frankreich.

 

Als ich im Februar erfuhr, dass die Möglichkeit besteht, nach Frankreich zu fahren, um mir dort die Pflege anzusehen, wusste ich sofort, das ist auf jeden Fall eine Erfahrung fürs Leben.

Da jedoch leider nicht so viele Plätze vorhanden waren, wie Interessenten, musste ausgelost werden. Im März fiel die Entscheidung und ich bekam die Mitteilung, dass ich eine der Auserwählten bin. Ich konnte mein Glück kaum fassen.

 

Die Schule kümmerte sich und richtete einige „Vorbereitungsstunden“ auf Frankreich ein.

In diesen Stunden lernten wir so gut es ging etwas Französisch und bereiteten uns auf die Zeit dort vor. Wir wussten bis dato nur dass wir „irgendwo“ unterkommen zum Schlafen und Essen. Entweder bei Gastfamilien oder in den Betrieben. Wir wussten aber, dass uns bei Fragen und Problemen jederzeit unsere mitreisenden Lehrkräfte oder Sprachübersetzer zur Verfügung standen.

 

Am Sonntagabend, den 21.09.2014 ging es dann los. Es heißt Abschied nehmen von meinen Lebensgefährten und meiner Tochter. Plötzlich fiel es mir schwerer als gedacht, das erste mal drei Wochen ohne mein Kind. Doch ich wusste, ihr Papa wird das meistern.

 

Es war alles sehr spannend und aufregend. Bis auf eine Kollegin aus der Pflege, kannte ich die Mitreisenden nur flüchtig. Als wir nach der 22-stündigen Fahrt endlich ankamen, waren wir überwältigt. Der Ausblick war traumhaft. Ich konnte aus meinem Zimmerfenster direkt auf den Atlantik blicken.

 

Während der ersten Woche waren wir gemeinsam in einer Pension untergebracht und haben uns einen Einblick von der Schule und dem Unterricht verschafft.

 

Unsere Tandempartner waren im zweiten Lehrjahr und 16 oder 17 Jahre alt. Sie haben pro Jahr nur zwei 3-wöchige betriebliche Einsätze in verschiedenen Bereichen, die von der Schule vorgegeben werden.

 

In der Schule haben wir Plakate erstellt und präsentiert. Wir haben auch ein Altenheim besucht, in dem mir schon bewusst wurde, Pflege ist wie in Deutschland, nur die Mitarbeiterbesetzung ist besser und man hat Zeit für jeden Einzelnen!

 

Wir deutschen Schüler und unsere Tandempartner, sowie Lehrkräfte und Sprachbegleiter haben sämtliche Ausflüge gemacht, um uns besser kennenzulernen. Wir haben uns die Stadt angesehen, Picknick am Strand gemacht, uns bei den Salinen den Salzabbau angesehen und den historischen Freizeitpark „Puy du Fou“ besucht.

 

Nach 5 Tagen bin ich zu meiner Tandempartnerin und ihrer Familie gezogen.

Wir genossen das freie Wochenende bei super Wetter am Meer. Am Montag war unser erster Arbeitstag. Ihr Praktikumseinsatz sollte dieses Mal in einer Behinderteneinrichtung stattfinden, wobei ich sie begleiten durfte.

 

Am letzten Tag des Praktikums kamen unsere Lehrer in den Betrieb und es wurde ein Gespräch mit Hilfe unseres Übersetzers geführt, wie wir uns gefühlt haben, ob alles gut lief und ob es Probleme gab.

 

Meines Erachtens nach lief alles super, obwohl ich die Sprache nicht beherrschte, konnten wir gut miteinander kommunizieren. Wir sprachen teilweise dreisprachige Sätze (Englisch, Deutsch, Französisch) und ganz viel über Mimik und Gestik. Außerdem gibt es ja glücklicherweise unsere tollen Smartphones mit vielen Übersetzerapps.

 

Am 10. Oktober 2014 hieß es dann Abschied nehmen, wenn wir auch wissen, nicht für immer, denn wir bleiben in Kontakt und ein Besuch ist nächstes Jahr geplant, fiel es trotzdem sehr schwer. Außerdem haben unsere Tandempartner nächstes Jahr die Möglichkeit uns in Deutschland zu besuchen und dann werde ich mich revanchieren.

 

Mit einem lachendem Auge, weil die Freude meine Tochter wiederzusehen unfassbar groß ist und einem weinenden Auge, weil der Abschied schwer fällt, steige ich in den Zug und begebe mich auf die lange Heimreise.

 

Ich bedanke mich bei allen, die mir dies ermöglicht haben, von ganzem Herzen.

Es war für mich eine Erfahrung fürs Leben und ich würde es jeder Zeit wieder tun.

 

Franziska Lange, Auszubildende aus dem Bereich der Altenpflege

 

 

Gruppenfoto Austausch Soltau-Sables d'Olonne 2014
Gruppenfoto Austausch Soltau-Sables d'Olonne 2014



Austausch Bamberg - Tain l'Hermitage 2013:

Ich bin froh, dass ich diesen Austausch gemacht habe. Ich konnte ein fremdes Land erkunden, mich an die Lebensweise anpassen und gleichzeitig etwas französisch lernen.

 

Eine Schülerin aus Bamberg


Austausch Köln – St. Nazaire 2011:

"Der Frankreichaustausch war trotz Verständigungsproblemen eine durchaus gelungene Sache! Wir haben einen guten Einblick in die französische Arbeitswelt bekommen und wurden stets freundlich und zuvorkommend behandelt! Ich persönlich habe hauptsächlich im Kundendienst gearbeitet und habe speziell einen guten Überblick über die Heiztechnik der französischen Haushalte bekommen. Zwei Dinge sind mir besonders aufgefallen! Erstens, dass alles nur mit Zeitungspapier abgedeckt wurde und zweitens, dass die Franzosen jegliche Kundendienstarbeit direkt abrechnen."


Ein Schüler aus Köln

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